Eine Harfe entsteht |
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Man sollte meinen, zwei Harfen seien genug, aber das Duo Klangzauber gibt sich damit nicht zufrieden. Wir haben nun zwar eine Konzertharfe und eine Volksharfe, aber für unser Repertoire, das sich dauernd erweitert wird nun noch eine Keltische, oder eben eine Böhmische Harfe benötigt. Rein technisch ist es zwar möglich, keltische Musik auf der Konzertharfe zu spielen, aber der Klang ist weit vom Original keltischen entfernt. Dazu kommt der Wunsch jedes Harfenisten, auch ein Instrument zu besitzen, welches mit einer Hand getragen werden kann, und wessen Transport nicht jedes Mal einen halben Rückenschaden verursacht. | |
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Für die Resonanzlöcher am Korpus haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht. Wir wollten dadurch die einmalige „Klangzauber-Harfe“ bauen. So entnahmen wir unserem Logo die charakteristischen Teile und sägten die Umrisse einer Harfe und das grosse K in den Korpus.
Das Bauen machte uns riesigen Spass. Wir versanken fast im Staub und Isabelle konnte es kaum erwarten auf der neuen Harfe zu spielen. |
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Die Harfe nimmt Form an. Das arme Ding ist aber noch etwas eingezwängt. |
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Wichtig sind schön runde Eckleisten, damit sich die Harfenistin beim spielen nicht die Handgelenke verstaucht. |
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Volle Konzentration bei der Arbeit. Die Säule wollten wir sehr schlicht gestalten, sodass die schöne Maserung des Kirschbaumes schön zur Geltung kommt. Auf drei königliche Ringe wollten wir aber nicht verzichten. |
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Der ganze letzte Tag, also fast ein Drittel der gesamten Kursdauer, war dem Aufziehen und Stimmen der Saiten gewidmet. Beim Aufziehen entstand kurze Zeit ein richtiges Wirrwarr. Richtige Harfenkenner lassen sich dadurch aber nicht irritieren! Wir bauten unsere Harfe nach dem antiken Vorbild der böhmischen Harfe. Das bedeutet auch, dass die drei Teile (Säule, Hals und Korpus) nicht miteinander verleimt sind. Deshalb wurde die fertige Form der Harfe erst nach dem spannen der untersten Saite sichtbar. Das war ein sehr schöner Moment. |
Bis zum Mittagessen war es geschafft, alle Saiten waren unten und oben befestigt. Von spannen kann man leider noch nicht reden. Nach dem Essen begann die Arbeit, welche mich bereits bei meinen zwei grossen Harfen ewig beschäftigt; das Stimmen der Saiten. Bei einer so neuen Harfe war es unmöglich, dass zwei Saiten gleichzeitig stimmen. Das heisst wenn eine Saite stimmt, verändert sich durch den starken Zug der nächsten Seite das ganze Holz und die erste Saite ist schon wieder zu tief. So könnte unendliche Zeit gestimmt werden. Nach einigen Tagen war es bereits ein Erfolgserlebnis, wenn nach zehn Minuten stimmen, jede kleinere Saite einen höheren Ton hat, als die nächst längere... | |
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